Ratgeber

Lieferzonen planen: So definierst du dein Einzugsgebiet

Ob Radius oder Polygon — wer seine Lieferzonen gezielt plant, liefert profitabler, schneller und mit weniger Fehlfahrten.

Was ist eine Lieferzone?

Eine Lieferzone ist das geografische Gebiet, in das ein Gastronomiebetrieb Bestellungen ausliefert. Sie legt fest, welche Adressen beliefert werden, welcher Mindestbestellwert gilt und ob ein Lieferzuschlag anfällt. Gut geplante Lieferzonen schützen vor unwirtschaftlichen Fahrten und bilden die Grundlage für pünktliche Lieferversprechen.

Weiterführend: GastroSystem Lieferzonen-Funktion, Lieferdienst gründen

Radius oder Polygon — was passt wann?

Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Die Entscheidung hängt von Stadtstruktur, Fahrzeit und Fahrzeugkapazität ab:

  1. Radius (Luftlinie)

    Einfach einzurichten, gut für ländliche Lagen oder wenn die Straßenstruktur gleichmäßig ist. Nachteil: Ein 3-km-Radius kann je nach Stadtgebiet sehr unterschiedliche Fahrzeiten bedeuten.

  2. Polygon (Freiform)

    Ermöglicht präzise Grenzen entlang von Stadtteilen, Bahnlinien oder Hauptstraßen. Empfehlenswert für städtische Betriebe — du schließt unrentable Randgebiete aus, ohne Kernkunden zu verlieren.

  3. Mehrere Zonen gestaffelt

    Zone A (0–2 km): kein Zuschlag, MBW 15 €. Zone B (2–4 km): 1,50 € Zuschlag, MBW 20 €. Zone C (4–6 km): 2,50 € Zuschlag, MBW 25 €. Dieses Modell maximiert Reichweite bei gleichzeitig stabiler Marge.

  4. Fahrzeitbasierte Zonen

    Statt Distanz bestimmt die erwartete Fahrzeit die Zone — z. B. max. 20 Minuten pro Lieferung. Besonders relevant, wenn du Qualitätsware oder warme Speisen lieferst, bei denen Abkühlzeit ein Faktor ist.

  5. Tageszeit-Variationen

    Zur Stoßzeit (11:30–13:30 und 18:00–20:30) lohnt sich eine engere Zone mit kürzeren Fahrtzeiten. Außerhalb der Stoßzeit kann die Zone erweitert werden, weil Küche und Fahrer Kapazität haben.

Typische Planungsfehler und ihre Folgen

Schlecht definierte Zonen kosten Geld und Bewertungen:

+35 %

Lieferkosten

Zu große Zonen ohne Zuschlag treiben die Kosten pro Lieferung in die Höhe — oft unbemerkt, bis die Monatsabrechnung kommt.

4,1 → 3,6

Bewertung

Verspätungen durch zu weite Lieferwege schlagen sich direkt in Google- und Plattformbewertungen nieder.

–20 %

Fahrerauslastung

Lange Einzelfahrten verhindern Sammeltouren und reduzieren die Zahl möglicher Lieferungen pro Schicht.

Mindestbestellwert und Lieferzuschlag richtig setzen

Diese Stellschrauben entscheiden über die Rentabilität jeder Zone:

Mindestbestellwert kalkulieren

Faustregel: Lieferkosten (Fahrer, Verpackung, Plattformgebühr) dürfen maximal 25–30 % des Bestellwerts ausmachen. Bei 5 € Lieferkosten liegt der sinnvolle MBW bei 18–20 €.

Lieferzuschlag transparent kommunizieren

Kunden akzeptieren Zuschläge, wenn sie klar ausgewiesen sind. Versteckte Kosten im Checkout führen zu Warenkorbabbrüchen.

Lieferzuschlag nach Zone staffeln

Ein einheitlicher Zuschlag für alle Zonen subventioniert entfernte Kunden auf Kosten der nahen. Gestaffelte Zuschläge sind fairer und profitabler.

Freie Lieferung als Conversion-Hebel

Kostenlose Lieferung ab einem bestimmten Bestellwert (z. B. ab 30 €) erhöht den durchschnittlichen Warenkorbwert messbar — typisch um 15–25 %.

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Häufige Fragen zu Lieferzonen

Wie groß sollte meine Lieferzone sein?

Als Richtwert gilt: mit dem Fahrrad maximal 3 km, mit dem Auto 5–7 km. Entscheidend ist, dass du die bestellte Ware in unter 30 Minuten liefern kannst.

Kann ich unterschiedliche Öffnungszeiten pro Zone hinterlegen?

Ja. In GastroSystem kannst du pro Zone eigene Verfügbarkeitszeiten festlegen — z. B. die Fernzone nur am Abend aktivieren.

Was passiert, wenn eine Adresse knapp außerhalb der Zone liegt?

Das System lehnt die Bestellung automatisch ab oder zeigt dem Kunden die nächste verfügbare Zone. Du kannst Ausnahmen manuell freischalten.

Sollte ich Plattformzonen und eigene Zonen angleichen?

Nicht zwingend. Auf Lieferplattformen kannst du engere Zonen fahren, da die Plattformgebühr höher ist. Für Direktbestellungen lohnt es sich, die Zone zu erweitern.

Wie oft sollte ich meine Lieferzonen überprüfen?

Einmal pro Quartal. Überprüfe dabei Durchschnittliche Lieferzeit, Retourenquote und Bewertungen nach Zone — Ausreißer sind meist ein Zonenplanungsproblem.

Lieferzonen per Klick einrichten

Mit GastroSystem definierst du Radius- und Polygonzonen, staffelst Zuschläge und Mindestbestellwerte — direkt im Dashboard.

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