Ratgeber

Food Cost berechnen: Die wichtigste Kennzahl in der Gastronomie

Wer seinen Wareneinsatz nicht kennt, steuert blind. So berechnest du die Food-Cost-Quote und senkst sie gezielt.

Was ist die Food Cost?

Die Food-Cost-Quote (Wareneinsatzquote) misst, welcher Anteil des Umsatzes für Rohwaren aufgewendet wird. Sie ergibt sich aus: Wareneinsatz ÷ Nettoumsatz × 100. Ein Restaurant mit 10.000 € Umsatz und 3.200 € Wareneinsatz hat eine Food-Cost-Quote von 32 %. Diese Kennzahl ist der wichtigste Einzelindikator für die wirtschaftliche Gesundheit eines Gastronomiebetriebs.

Weiterführend: GastroSystem Dashboard, Personalplanung Gastronomie

Schritt für Schritt: Food Cost berechnen

Diese fünf Schritte führen zur korrekten Wareneinsatzquote für deinen Betrieb:

  1. Anfangsbestand erfassen

    Inventur zum Monatsanfang: Alle Rohwaren nach Einkaufspreis bewerten. Das ist der Ausgangswert für den Berechnungszeitraum.

  2. Zukäufe addieren

    Sämtliche Wareneinkäufe im Berechnungszeitraum (i. d. R. ein Monat) addieren — Rechnungsbeträge netto, inklusive Liefergebühren.

  3. Endbestand abziehen

    Inventur zum Monatsende. Formel: Wareneinsatz = Anfangsbestand + Zukäufe – Endbestand.

  4. Nettoumsatz ermitteln

    Umsatz ohne Mehrwertsteuer. Bei gemischten MwSt-Sätzen (7 % Speisen, 19 % Getränke) beide Positionen separat ausweisen.

  5. Quote berechnen und einordnen

    Food-Cost-Quote = Wareneinsatz ÷ Nettoumsatz × 100. Unter 28 % gilt als sehr gut, 28–35 % als akzeptabel, über 35 % als kritisch — jeweils abhängig vom Konzept (s. unten).

Zielmarken nach Konzept

Es gibt keine universelle Zielquote — sie hängt stark vom Betriebstyp ab:

22–28 %

QSR / Fast Food

Niedrige Foodcost durch standardisierte Rezepturen, Großeinkauf und minimale Verarbeitung. Marge durch Volumen.

28–32 %

Casual Dining

Typische Spanne für ein mittleres Restaurant mit frischer Küche. Hier ist die Quote am stärksten optimierbar.

30–38 %

Fine Dining

Hochwertige Rohwaren, viel Handarbeit, Schwund durch Vorbereitung. Wird durch deutlich höhere Deckungsbeiträge je Couvert kompensiert.

Fünf Hebel zur Food-Cost-Senkung

Diese Maßnahmen haben in der Praxis die stärkste Wirkung:

1. Rezepturen standardisieren und dokumentieren

Jedes Gericht bekommt ein genaues Rezept mit Grammangaben. Abweichungen durch verschiedene Köche sind einer der häufigsten Gründe für unkontrollierbare Schwankungen der Foodcost.

2. Wocheneinkauf statt Tageskauf

Tägliche Kleineinkäufe kosten Zeit und führen zu Spontankäufen. Eine wöchentliche Bestellroutine mit definierten Lieferanten reduziert Wareneinsatz und erhöht Verhandlungsmacht.

3. FIFO konsequent umsetzen

First In, First Out: Ältere Ware kommt nach vorne. Schimmel und Verderb durch vergessene Bestände sind unnötig. Ein konsequentes FIFO-System spart erfahrungsgemäß 2–4 % Wareneinsatz.

4. Speisekarte bereinigen

Jedes Gericht mit über 35 % Foodcost auf den Prüfstand: Preis erhöhen, Portion anpassen oder streichen. Große Speisekarten mit vielen Einzelzutaten erhöhen Schwund und Komplexität.

5. Mitarbeiter sensibilisieren

Küchenmitarbeiter, die Zusammenhänge zwischen Wareneinsatz und Betriebsergebnis verstehen, gehen sorgsamer mit Rohwaren um. Monatliches Feedback zur Foodcost-Quote ist wirkungsvoller als Kontrolle.

Weitere Ratgeber

Häufige Fragen zur Food-Cost-Berechnung

Was ist der Unterschied zwischen Food Cost und Beverage Cost?

Food Cost bezeichnet den Wareneinsatz für Speisen, Beverage Cost für Getränke. Getränke haben typischerweise eine niedrigere Quote (15–25 %), weshalb ein Mix aus Speisen und Getränken die Gesamtquote verbessert.

Wie oft sollte ich die Food-Cost-Quote berechnen?

Monatlich als Minimum, wöchentlich als Best Practice. Für schnelle Steuerung hilft eine täglich ermittelte Schätzung auf Basis der Kassendaten.

Was tun bei plötzlich steigender Foodcost?

Systematisch vorgehen: 1) Einkaufspreise prüfen (Lieferantenpreise gestiegen?), 2) Portionsgrößen prüfen (Abweichungen vom Rezept?), 3) Schwund prüfen (Inventurdifferenzen?), 4) Diebstahl ausschließen.

Rechne ich mit oder ohne Mitarbeiteressen?

Mitarbeiteressen sind kein Wareneinsatz, sondern ein Personalaufwand. Buche sie separat, um die Food-Cost-Quote nicht zu verzerren.

Wie hilft GastroSystem bei der Foodcost-Kontrolle?

Das GastroSystem-Dashboard zeigt dir tagesaktuelle Umsatzzahlen. In Kombination mit deinen Einkaufsbelegen kannst du die Foodcost-Quote wöchentlich ohne Rechenaufwand ermitteln.

Wareneinsatz im Blick behalten

GastroSystem liefert tagesaktuelle Umsatzdaten, die du direkt für deine Foodcost-Kalkulation nutzen kannst.

Demo anfragen