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Lieferando, Wolt, Uber Eats: Provisionen im direkten Vergleich (2026)

Lieferando Wolt Uber Eats Provisionen: Alle Gebühren, Provisionsmodelle und versteckten Kosten der großen Lieferplattformen im Detail verglichen.

Lieferando, Wolt, Uber Eats: Provisionen im direkten Vergleich (2026)

Lieferando, Wolt und Uber Eats sind die drei großen Lieferplattformen, die in Deutschland um Restaurants werben. Alle drei versprechen mehr Bestellungen und Reichweite — aber zu welchem Preis? In diesem Artikel vergleichen wir die Provisionsmodelle, Zusatzkosten und Vertragsbedingungen der drei Plattformen und zeigen, warum immer mehr Restaurants auf ein eigenes Bestellsystem umsteigen.

Provisionsmodelle im Überblick

Lieferando (Just Eat Takeaway)

Lieferando ist die mit Abstand größte Lieferplattform in Deutschland und bietet zwei Hauptmodelle:

Plattform-Lieferung (Lieferando-Fahrer):

  • Provision: bis zu 30 % des Bestellwerts
  • Lieferando übernimmt die Zustellung mit eigenen Fahrern
  • Restaurant hat keinen Einfluss auf Lieferqualität und -geschwindigkeit

Selbstlieferung (eigene Fahrer):

  • Provision: ca. 13 % des Bestellwerts
  • Restaurant liefert mit eigenen Fahrern
  • Lieferando stellt nur die Plattform und Zahlungsabwicklung

Abholung:

  • Provision: ca. 13 % des Bestellwerts
  • Kunde holt die Bestellung selbst ab

Zusätzliche Kosten bei Lieferando:

  • Marketinggebühren für Premium-Platzierung (variabel)
  • Zahlungsabwicklungsgebühren (in der Provision enthalten)
  • Keine Einrichtungsgebühr

Wolt (DoorDash)

Wolt (seit 2022 Teil von DoorDash) ist in vielen deutschen Städten aktiv und bietet ein flexibleres Provisionsmodell:

Wolt Market (Plattform-Lieferung):

  • Provision: 25-30 % des Bestellwerts (je nach Stadt und Vertrag)
  • Lieferung durch Wolt-Kuriere

Wolt+ Mitglieder:

  • Restaurants zahlen einen reduzierten Provisionssatz für Wolt+ Kunden
  • Genaue Konditionen vertragsabhängig

Pickup (Abholung):

  • Provision: ca. 15 % des Bestellwerts

Zusätzliche Kosten bei Wolt:

  • Marketingkampagnen (optional, kostenpflichtig)
  • Tablet-Miete (monatlich, je nach Vertrag)
  • Fotoservice (oft als kostenloses Onboarding)

Uber Eats

Uber Eats bietet ebenfalls verschiedene Provisionsmodelle:

Uber Delivery (Plattform-Lieferung):

  • Provision: ca. 30 % des Bestellwerts
  • Lieferung durch Uber-Fahrer

Uber Pickup (Abholung):

  • Provision: ca. 15 % des Bestellwerts

Uber Direct (White-Label-Lieferung):

  • Provision: Vertragsabhängig
  • Uber liefert, aber über die eigene Plattform des Restaurants

Zusätzliche Kosten bei Uber Eats:

  • Werbegebühren für gesponserte Platzierungen (CPC-Modell)
  • Zahlungsabwicklung (in der Provision enthalten)
  • Stornierungsgebühren bei häufigen Absagen

Provisionen im direkten Vergleich

ModellLieferandoWoltUber Eats
Plattform-Lieferungbis zu 30 %25-30 %~30 %
Selbstlieferung~13 %N/AN/A
Abholung~13 %~15 %~15 %
EinrichtungKeineKeineKeine
VertragslaufzeitVariabelVariabelVariabel

Hinweis: Die genauen Provisionsraten werden individuell verhandelt und können je nach Restaurant, Stadt und Vertrag abweichen. Die angegebenen Werte basieren auf öffentlich bekannten Standardkonditionen (Stand April 2026).

Was die Provisionen in Euro bedeuten

Beispielrechnung für ein Restaurant mit 10.000 Euro Monatsumsatz über die Plattform:

PlattformProvisionKosten/MonatKosten/Jahr
Lieferando (Plattform-Lieferung)30 %3.000 €36.000 €
Wolt (Plattform-Lieferung)27 % (Mittel)2.700 €32.400 €
Uber Eats (Plattform-Lieferung)30 %3.000 €36.000 €
Lieferando (Selbstlieferung)13 %1.300 €15.600 €
GastroSystem (Flatrate)0 %299 €3.588 €

Die Ersparnis mit einem eigenen System liegt bei bis zu 32.412 Euro pro Jahr — berechenbar mit dem Provisionsrechner.

Versteckte Kosten der Plattformen

Neben den offensichtlichen Provisionen gibt es weitere Kosten, die Gastronomen oft übersehen:

1. Marketing und Sichtbarkeit

Alle drei Plattformen bieten bezahlte Werbeplatzierungen an. Ohne zusätzliches Marketing-Budget rutscht ein Restaurant in den Suchergebnissen schnell nach unten. Die Kosten:

  • Gesponserte Platzierung: 5-15 % zusätzlich auf beworbene Bestellungen
  • Top-Platzierung bei bestimmten Suchbegriffen: Variable CPC-Kosten (Cost per Click)
  • Sonderaktionen (z. B. „Gratis-Lieferung”): Restaurant trägt die Kosten

2. Rabattaktionen

Plattformen erwarten oft Teilnahme an Rabattaktionen wie „20 % auf alles” oder „2-für-1”. Die Kosten trägt das Restaurant — zusätzlich zur Provision. Bei einer 20-%-Aktion auf eine Bestellung von 25 Euro:

  • Rabatt: -5,00 Euro
  • Provision (30 %): -7,50 Euro
  • Verbleibend beim Restaurant: 12,50 Euro (statt 25 Euro)

3. Stornierungen und Erstattungen

Wenn ein Kunde eine Bestellung storniert oder reklamiert, erstatten Plattformen dem Kunden oft den vollen Betrag — und belasten das Restaurant. Die Provision für stornierte Bestellungen wird in der Regel nicht erstattet.

4. Exklusivität

Manche Plattformen bieten bessere Konditionen gegen Exklusivitätsvereinbarungen: Das Restaurant verpflichtet sich, nur auf dieser einen Plattform aktiv zu sein. Das schränkt die Reichweite ein und erhöht die Abhängigkeit.

Kundendaten: Wem gehören die Kunden?

Ein oft unterschätzter Faktor: Bei allen drei Plattformen gehören die Kundendaten der Plattform, nicht dem Restaurant.

AspektPlattformEigenes System
E-Mail-Adresse des KundenNicht verfügbarJa
BestellhistoriePlattform-DashboardEigenes Dashboard
Marketing an BestandskundenNicht möglichNewsletter, Push, SMS
TreueprogrammNicht möglichJa
KundenbewertungenAuf der PlattformAuf Google, eigener Seite

Wann lohnt sich welche Plattform?

Lieferando:

  • Größte Reichweite in Deutschland
  • Sinnvoll für Restaurants in Stadtteilen mit hohem Lieferando-Traffic
  • Selbstliefermodell (13 %) attraktiver als Plattform-Lieferung (30 %)

Wolt:

  • Modernere App und bessere User Experience
  • Flexiblere Vertragsgestaltung möglich
  • Besser in Städten mit hoher Wolt-Durchdringung

Uber Eats:

  • International aufgestellt, starke Marke
  • Uber Direct als Hybrid-Modell interessant
  • In Deutschland geringere Marktdurchdringung als Lieferando

Eigenes System (GastroSystem):

  • Für alle Restaurants mit über 1.000 Euro Lieferumsatz/Monat
  • 0 % Provision, feste 299 €/Monat
  • Volle Kontrolle über Kundendaten, Branding und Preise
  • Vergleich aller Plattformen vs. eigenes System: GastroSystem vs. Lieferando

Der Trend: Weg von Plattformen, hin zum eigenen System

Die Gastro-Branche erlebt einen klaren Trend: Immer mehr Restaurants setzen auf eigene Bestellsysteme. Die Gründe:

  1. Margen-Druck: Nach Pandemie, Inflation und Personalmangel können sich viele Restaurants die hohen Provisionen schlicht nicht mehr leisten
  2. Digitale Mündigkeit: Restaurantbetreiber erkennen, dass ein eigenes Bestellsystem keine Raketenwissenschaft ist
  3. Kundenpräferenz: Studien zeigen, dass Kunden bevorzugt direkt beim Restaurant bestellen, wenn eine einfache Möglichkeit besteht
  4. Datensouveränität: Die DSGVO hat das Bewusstsein für Dateneigentum geschärft

Fazit: Provisionen fressen den Gewinn

Egal ob Lieferando, Wolt oder Uber Eats — alle drei Plattformen behalten einen erheblichen Teil des Umsatzes als Provision ein. Für Restaurants mit einem Lieferumsatz von über 1.000 Euro pro Monat lohnt sich ein eigenes Bestellsystem fast immer.

Der Provisionsrechner zeigt in Sekunden, wie viel du mit deinem Restaurant konkret sparen kannst. Für einen detaillierten Einzelvergleich empfehlen wir unsere Vergleichsseiten: vs. Lieferando, vs. Wolt, vs. Uber Eats.

Die Provisionen von morgen sind die Ersparnisse von heute — wenn du jetzt auf ein eigenes System umsteigst.