Eigenes Bestellsystem vs. Lieferando: Der ultimative Vergleich für Gastronomen
Eigenes Bestellsystem oder Lieferando? Wir vergleichen Kosten, Kontrolle, Kundenbindung und Umsatz — mit konkreten Zahlen und Praxisbeispielen.
Die Frage, ob Restaurants ein eigenes Bestellsystem nutzen oder bei Lieferando bleiben sollten, beschäftigt tausende Gastronomen in Deutschland. Auf der einen Seite die Bequemlichkeit einer etablierten Plattform, auf der anderen Seite die hohen Provisionen, die direkt vom Gewinn abgehen. In diesem ausführlichen Vergleich analysieren wir beide Modelle — mit konkreten Zahlen, Vor- und Nachteilen und einer klaren Empfehlung.
Das Provisionsmodell von Lieferando
Lieferando arbeitet mit einem provisionsbasierten Modell. Je nach gewähltem Tarif zahlen Restaurants einen prozentualen Anteil ihres Umsatzes an die Plattform:
- Plattform-Lieferung (Lieferando-Fahrer): bis zu 30 % des Bestellwerts
- Selbstlieferung (eigene Fahrer): ca. 13 % des Bestellwerts
- Abholung: ca. 13 % des Bestellwerts
Bei einem durchschnittlichen Bestellwert von 25 Euro und 400 Bestellungen pro Monat ergibt sich bei Plattform-Lieferung:
- Monatsumsatz: 10.000 Euro
- Provision (30 %): 3.000 Euro pro Monat
- Jährlich: 36.000 Euro
Das sind 36.000 Euro, die direkt vom Umsatz abgehen — noch bevor Wareneinsatz, Personal und Miete bezahlt sind.
Das Flatrate-Modell von GastroSystem
GastroSystem arbeitet mit einem völlig anderen Ansatz: einer festen monatlichen Gebühr von 299 Euro netto — unabhängig von der Anzahl der Bestellungen oder dem Umsatz. Es fallen keine Provisionen an.
Bei demselben Beispiel (10.000 Euro Monatsumsatz):
- Monatliche Kosten: 299 Euro
- Jährlich: 3.588 Euro
- Ersparnis gegenüber Lieferando: 32.412 Euro pro Jahr
Diese Ersparnis lässt sich mit dem Provisionsrechner individuell berechnen.
Kontrolle über Kundendaten
Ein entscheidender Unterschied: Bei Lieferando gehören die Kundendaten der Plattform, nicht dem Restaurant. Das bedeutet:
- Keine direkte Kommunikation mit Bestellern
- Kein E-Mail-Marketing an Bestandskunden
- Keine Möglichkeit, Stammkunden gezielt anzusprechen
- Lieferando kann Kunden an Wettbewerber weiterleiten
Mit einem eigenen Bestellsystem behalten Restaurants die volle Kontrolle über ihre Kundendaten. Jede Bestellung liefert Name, E-Mail-Adresse und Bestellhistorie — die Grundlage für effektives Marketing und Kundenbindung.
Markenbildung und Kundenbindung
Auf Lieferando konkurrieren Restaurants direkt nebeneinander. Kunden suchen nach Küche oder Gericht, nicht nach einem bestimmten Restaurant. Die Markenidentität geht in der Masse unter.
Ein eigenes Bestellsystem ermöglicht:
- Eigenes Branding: Logo, Farben und Design des Restaurants
- Eigene Domain: bestellung.mein-restaurant.de
- Eigene App: Eine personalisierte App im App Store und Play Store
- Direkter Kundenkontakt: Push-Benachrichtigungen, Newsletter, Treueprogramme
Abhängigkeit vs. Unabhängigkeit
Restaurants, die ausschließlich auf Lieferando setzen, begeben sich in eine gefährliche Abhängigkeit. Lieferando kann jederzeit:
- Provisionsraten erhöhen
- Algorithmen ändern (Sichtbarkeit des Restaurants)
- Neue Gebühren einführen
- Vertragsbedingungen verschlechtern
Mit einem eigenen Bestellsystem sind Restaurants unabhängig. Sie bestimmen selbst über Preise, Aktionen, Öffnungszeiten und Lieferbedingungen.
Bestellvolumen und Reichweite
Der häufigste Einwand gegen ein eigenes System: „Über Lieferando kommen die Kunden von selbst.” Das stimmt teilweise — Lieferando investiert viel in Marketing und hat eine große Reichweite. Allerdings:
- Die Kunden gehören Lieferando, nicht dem Restaurant
- Die Sichtbarkeit hängt vom Algorithmus und bezahlter Werbung ab
- Restaurants zahlen für jeden einzelnen Kunden Provision — immer wieder
Der nachhaltigere Ansatz: Eigene Reichweite aufbauen. Über Google-Bewertungen, Social Media, QR-Codes im Restaurant und Mundpropaganda. Kunden, die einmal direkt bestellen, kommen wieder — ohne dass 30 % Provision anfallen.
SEO und Online-Sichtbarkeit
Mit einem eigenen Bestellsystem profitieren Restaurants auch von besserer Suchmaschinenoptimierung. Die eigene Bestellseite rankt bei Google für lokale Suchbegriffe wie „Pizza bestellen [Stadtteil]”. Bei Lieferando landet der Traffic auf der Lieferando-Seite — nicht auf der des Restaurants.
Technische Unterschiede
| Merkmal | Lieferando | Eigenes System (GastroSystem) |
|---|---|---|
| Provision | 13-30 % | 0 % |
| Monatliche Kosten | Keine Fixkosten | 299 €/Monat |
| Kundendaten | Bei Lieferando | Beim Restaurant |
| Eigenes Branding | Nein | Ja |
| Eigene App | Nein | Ja |
| Kassensystem-Integration | Begrenzt | Voll integriert |
| Lieferzonen | Lieferando bestimmt | Restaurant bestimmt |
| Treueprogramm | Nein | Ja |
| Push-Benachrichtigungen | Nein | Ja |
| Direkter Kundenkontakt | Nein | Ja |
Kostenvergleich nach Umsatzklasse
| Monatsumsatz | Lieferando (30 %) | GastroSystem | Ersparnis/Jahr |
|---|---|---|---|
| 5.000 € | 1.500 €/Monat | 299 €/Monat | 14.412 € |
| 10.000 € | 3.000 €/Monat | 299 €/Monat | 32.412 € |
| 20.000 € | 6.000 €/Monat | 299 €/Monat | 68.412 € |
| 50.000 € | 15.000 €/Monat | 299 €/Monat | 176.412 € |
Wann lohnt sich welches Modell?
Lieferando kann sinnvoll sein, wenn:
- Das Restaurant gerade erst eröffnet hat und noch keine Stammkunden hat
- Der Online-Bestellanteil sehr gering ist (unter 1.000 €/Monat)
- Das Restaurant primär Laufkundschaft bedient und Lieferung nur als Zusatz sieht
Ein eigenes Bestellsystem lohnt sich, wenn:
- Der monatliche Lieferumsatz über 1.000 Euro liegt
- Das Restaurant Stammkunden hat oder aufbauen möchte
- Kontrolle über Kundendaten und Branding wichtig ist
- Die Provisionskosten den Gewinn schmälern
Der Wechsel ist einfacher als gedacht
Viele Gastronomen scheuen den Wechsel, weil sie einen komplizierten Umstellungsprozess befürchten. In der Praxis dauert die Einrichtung eines eigenen Systems wie GastroSystem wenige Stunden. Die wichtigsten Schritte:
- Speisekarte importieren oder anlegen
- Lieferzonen und Zeiten konfigurieren
- Zahlungsmethoden einrichten
- QR-Codes und Links im Restaurant verteilen
- Kunden über den neuen Bestellweg informieren
Einen detaillierten Leitfaden findest du in unserem Artikel In 5 Schritten zum eigenen Bestellsystem.
Fazit: Eigenes Bestellsystem schlägt Lieferando
Für die meisten Restaurants mit einem Lieferumsatz von über 1.000 Euro pro Monat ist ein eigenes Bestellsystem die wirtschaftlich bessere Entscheidung. Die Ersparnis bei den Provisionen allein rechtfertigt die Umstellung — dazu kommen die Vorteile bei Kundenbindung, Branding und Unabhängigkeit.
Der Provisionsrechner zeigt in Sekunden, wie viel dein Restaurant konkret sparen kann. Und mit dem ROI-Rechner siehst du, ab wann sich der Wechsel amortisiert.
Die Frage ist nicht, ob sich ein eigenes Bestellsystem lohnt — sondern wie viel Geld du jeden Monat verlierst, wenn du noch keins hast.